Am 6. November 2026 empfängt Düsseldorf eine Delegation des Königreichs Deutschland. Die Bundesanwaltschaft hat sich ausführlich mit deren Regierungstätigkeit beschäftigt und eine Tagesordnung zusammengestellt. Sie umfasst Bankgeschäfte, Versicherungen, Steuern und Urkunden.
Eckdaten
Termin6. November 2026, ab 9.30 Uhr
OrtOberlandesgericht Düsseldorf, 6. Strafsenat, Saal 1, Kapellweg 36
VorsitzJan van Lessen
AngeklagtePeter Fitzek, Benjamin Michaelis, Martin Schulz, Mathias Blaul
VorwurfRädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung
Festnahmen13. Mai 2025
Dauer52 Verhandlungstage bis zum 3. September 2027
Ab 9.30 Uhr verhandelt der 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf gegen Peter Fitzek, Benjamin Michaelis, Martin Schulz und Mathias Blaul. Treffpunkt ist Saal 1 des Prozessgebäudes am Kapellweg 36. Den Vorsitz führt Jan van Lessen.
Allen vier Männern wird vorgeworfen, sich als Rädelsführer an einer kriminellen Vereinigung beteiligt zu haben. Je nach Angeklagtem kommen weitere Wirtschafts-, Steuer- und Urkundendelikte hinzu. Die Festnahmen erfolgten am 13. Mai 2025.
Die Angeklagten#
Der König kommt also mit Personal. Die Herren haben über Jahre daran mitgewirkt, aus Fitzeks Selbstbild einen Betrieb mit Konten, Formularen und zahlender Kundschaft zu machen. Wer ihre Namen bisher nur aus königlichen Verlautbarungen kannte, bekommt nun Gelegenheit, die dazugehörigen Tätigkeitsbeschreibungen kennenzulernen.
Benjamin Michaelis brachte es vom Fahrzeuglackierer zum Reichsbanker und trat als „Freiherr von Michaelis“ auf. Er beschäftigte sich mit Fantasieausweisen, königlichen Finanzgeschäften und der Verteidigung seines Monarchen. Seine Überzeugung ist im Sonnenstaatland-Wiki dokumentiert:
Ich bin der Überzeugung, dass meinen König nichts aufhalten kann.
Benjamin Michaelis (Sonnenstaatland-Wiki)
Eine Einschätzung, die offenbar ohne laufende Erfolgskontrolle auskam.
Martin Schulz, ebenfalls selbsternannter Freiherr, betätigte sich als Adjutant und zeitweiliger Rechtsberater. Er bearbeitete und digitalisierte Fitzeks Schriftverkehr mit Behörden und Gerichten. Das Sonnenstaatland würdigte diese Tätigkeit mit dem Titel „königlicher Einscanner zu Wittenberg und Apollensdorf“. Die deutsche Justiz war im Königreich stets ungültig, ihre Post musste trotzdem erledigt werden.
Mathias Blaul ist im Wiki unter anderem als Vorstandsmitglied von FairTeilen e. V. und als Leiter des königlichen „Meldeamts“ dokumentiert. Nach Darstellung der Anklage übernahm er ab 2016 Führungsaufgaben und 2018 von Michaelis die Zuständigkeit für Finanzen und Meldeamt. Michaelis und Schulz sollen als Fitzeks Stellvertreter der obersten Leitungsebene angehört haben; Schulz soll insbesondere für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich gewesen sein. Die im Sonnenstaatland als „Pudel“ bekannten Begleiter hatten also durchaus eigene Geschäftsbereiche.
Die Vorwürfe#
Fitzek und Blaul wird der Betrieb eines unerlaubten Einlagengeschäfts vorgeworfen. Beide sollen außerdem, teilweise gemeinsam mit Michaelis, bandenmäßig Urkunden gefälscht haben. Fitzek werden zusätzlich unerlaubte Versicherungsgeschäfte, Steuerhinterziehung sowie das Vorenthalten von Arbeitsentgelt und die Anstiftung hierzu zur Last gelegt. Blaul soll an den meisten dieser weiteren Taten als Gehilfe beteiligt gewesen sein.
Zwischen 2020 und 2025 soll die Vereinigung rund zehn Millionen Euro durch unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte, Spenden, Geschenke und kostenpflichtige Seminare eingenommen haben. Mehr als zwei Millionen Euro sollen durch nicht abgeführte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen worden sein. Unternehmen soll man mit der Aussicht auf steuer- und abgabenfreies Wirtschaften im eigenen „Rechtskreis“ angeworben haben.
Der Systemausstieg hatte damit ein übersichtliches Verkaufsargument: keine Steuern, keine Sozialabgaben, dafür Anschluss an Peter. Die Bundesrepublik sollte auf ihre Einnahmen verzichten. Das Königreich bot kostenpflichtige Seminare an.
Der Prozess#
Dass die Angelegenheit nun in Düsseldorf verhandelt wird, verdankt die Delegation einer zwischenzeitlich in Menden betriebenen Filiale der Gemeinwohlkasse. Sie begründet nach Angaben des Gerichts dessen örtliche Zuständigkeit. Beim Ausbau der königlichen Finanzstrukturen wurde somit auch gleich der spätere Gerichtsort mitorganisiert.
Zunächst sind 52 Verhandlungstage bis zum 3. September 2027 angesetzt. Für eine Vereinigung, die jahrelang den eigenen Rechtskreis beworben hat, steht damit ein ausgedehnter Aufenthalt im fremden auf dem Programm.
Die Hofkapelle hat ausreichend Zeit, „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ einzustudieren.




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